In Gottes Hand

Wir sollen Werkzeuge sein, nicht Marionetten

"Der Mensch denkt, und Gott lenkt." "Der Mensch dachte, und Gott lachte." Was sich hier wie ein Bonmot anhört, bedeutet für einen gläubigen Menschen eine feste Gewissheit: Meine Zeit ist in Gottes Hand, der Herr nimmt Anteil an meinem Leben. Er hat, wie die Bibel es beschreibt, die Haare auf meinem Kopf gezählt, er führt und leitet mich, und manchmal trägt er mich sogar über Abgründe hinweg.

Das erkenne ich gerade dann, wenn die Dinge in meinem Leben eben nicht so laufen, wie ich mir das vorstelle. Ich habe ein Ziel, denke mir etwas aus, und dann kommt es manchmal ganz anders – aber nicht unbedingt schlechter, sondern im Gegenteil. Es geht zwar sinnbildlich eine Tür zu, aber dafür geht eine andere auf, und ein neuer Weg wird erkennbar. Es ist ein Weg, den Gott mir vorschlägt. Oft habe ich im Nachhinein erkannt, dass es ein besserer Weg war.

Was heißt das für mich? Soll ich mir nun für mein Leben keine Ziele mehr setzen, sondern mich einfach treiben lassen? Wozu soll ich mir überhaupt einen Kopf machen, wenn Gott alles für mich regelt? Wo bleibt mein freier Wille, wenn Gott mir meinen Weg versperrt und mich auf einen anderen schickt?

Fangen wir bei dem zuletzt Genannten an: Gott achtet den freien Willen der Menschen, und wie heißt es so schön: "Des Menschen Wille ist sein Himmelreich." Mein Wille ist, dem Himmelreich nahe zu sein. Ich fühle diese Verbindung, wenn ich im Vaterunser die Worte spreche: "Dein Wille geschehe." Das ist für mich eine freiwillige Unterordnung unter Gottes Willen, weil ich das Vertrauen habe, dass er einen größeren Überblick hat als ich und nur mein Bestes will. Ich fühle mich in Gottes Hand als Werkzeug, das er gebrauchen will, und nicht als Marionette, an deren Strippen er zieht.

Und wie ist das jetzt mit dem Setzen von Zielen in meinem Leben? Gott hat mir nicht nur einen freien Willen gegeben, sondern auch Vernunft und Verstand. Beides soll ich nutzen und fördern. Mein Kopf ist zum Denken da und nicht nur, damit ich einen Hut tragen kann. Zur Verantwortung für mein Leben – und für das Leben von mir anvertrauten Menschen – gehört auch das Setzen von Zielen. An ihnen kann ich erkennen, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin, ob ich mich meinem Ziel nähere oder mich von ihm entferne.

Mein Lebensziel, mein "Himmelreich", ist es, Gott nahe zu sein – und zu bleiben. Hieran kann ich gut meine Entscheidungen messen, und mein Gewissen, dieser Funke Gottesgeist in mir, gibt dazu gute Ratschläge; ich muss nur auf sie hören.

Natürlich gibt es sie in meinem Leben, die Rückschläge, Sackgassen, Verletzungen und Verwerfungen. Es ist auch keine Schande hinzufallen, wir müssen nur wieder aufstehen. Wie gut ist es, wenn uns andere dabei helfen. Manchmal sind das gar nicht unsere besten Freunde, sondern Menschen, die zufällig in unser Leben treten.

Apropos Zufall. Von Albert Schweitzer stammt das Wort: "Der Zufall ist das Pseudonym, das der liebe Gott wählt, wenn er inkognito" – also unerkannt – "bleiben will".

Gerade in den nicht geplanten, überraschenden, zufälligen Dingen, Begegnungen und Ereignissen in meinem Leben kann ich die Hand Gottes erkennen, und ich freue mich jedes Mal darüber, denn sie zeigen mir, dass Gott mich wahr- und ernst nimmt.

Zum Schluss noch ein Gedanke: Was ist, wenn die Dinge laufen wie geplant, wenn ein Ziel erreicht ist, eine Aufgabe geschafft wurde? Das ist für mich immer ein Anlass, dem Herrn für seinen Schutz und Segen zu danken, denn nichts ist selbstverständlich.

Darauf verweist auch die folgende Bitte des 90. Psalms, der Mose, dem Mann Gottes, zugeschrieben wird: "Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns; ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern!"

Übrigens: Gott lacht uns nicht aus, aber er hilft uns gern, dass wir ein wenig mehr über uns lachen können.

(rg)


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