Ein Bekenntnis leben

Stabile Glaubensfundamente sind nötig

Glauben erfasst das, was man nicht sieht oder greifen kann. "Gott wird nie bewiesen. Gott sei nur gepriesen!" Wer sich nun zu einem Glauben bekennt, weiß, dass wir unterschiedliche Bekenntnisse haben, dass es die Rückbesinnung der Seele zu Gott ist, wenn von Religion, das Stehen zu einem Glauben, die Rede ist. Es führen nicht nur viele Wege nach Rom oder in eine Stadt, sondern auch zu Gott. Aber auch innerhalb eines Bekenntnisses gibt es unterschiedliche Erkenntnisstufen, eine andere Art mit Gottes Wort umzugehen, zu denken und zu handeln. Der Alltag ist das eigentliche Arbeitsfeld: mein Erleben dort, meine Auseinandersetzung mit dem, was mir auf dem Weg begegnet, das, was in dem Prüfen an Gottes Wort als Essenz bleibt. Neue Sichten sind Erkenntnis, und diese ist Licht für die Seele, welche ja hier im Werden steht auf dem Weg in das ewige Vaterhaus. Christsein ist das Erleben göttlicher Kraft und allemal Gnade. Das Erleben Seiner Kraft bringt Sicherheit und Freude als wahre Stützen des Lebens, die Glückseligkeit für die Seele bedeuten. So unterschiedlich die Wege des Einzelnen durch das Erdenland sind, jeder kann Glaubensgüter nutzen und ein Ziel, das ewige Vaterhaus, ansteuern. Und jeder erfährt die eine große Liebe Gottes.

Gott ist mit uns im Begreifen seines Wesens durch Stufen gegangen. Hieß es zur Zeit des Alten Bundes: Du darfst, du sollst!, so war es dennoch ein liebevolles Hinführen zu Gott. Im Neuen Testament werden wir mit dem Gebot der Nächstenliebe vertraut gemacht: Gott über alle Dinge und den Nächsten wie sich selbst zu lieben. In der Zeit Heiligen Geistes geht es um die Freiheit des Geistes, das heißt, als ein Freier in seinem Gesetz zu leben. "Das Gesetz ist aufgehoben, wenn es in einem jedem ruht", und "So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung." Es ist die eine Liebe des Vaters zu seinen Kindern erkennbar. "Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." Er, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, sagt: "Ich und der Vater sind eins, niemand kommt zum Vater, denn durch mich." "Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten." In Joseph Weißenberg sind die Verheißungen erfüllt, und er sagt: "Glücklich ist derjenige, der sich Christi Leben und Handeln zum Vorbild nahm." Alle Testamente sind in dem einen Geist der Liebe miteinander verbunden. So darf sich göttliche Kraft durch Menschen offenbaren, wir selbst können zu "Engeln" werden, wenn wir denn das heilende Wasser, das Wort des Herrn, den anderen in Wort und Tat antragen und so zum Helfer werden. In der größten Kraft offenbarte sich dieses Licht der Ewigkeit durch Mose, Jesus Christus und Joseph Weißenberg.

Joseph Weißenberg ist angetreten: "Ich will aus dem Allerschlechtesten etwas Gutes machen." "Mein Gedanke war nur der, Menschen zu helfen, die da leidend, elend und krank waren. Ich bin fest überzeugt: Das, was ich tue, tue ich in göttlicher Allmacht, aber nicht aus mir, sondern es ist eine Kraft, die durch mich arbeitet." Jesu Lehre, jenes Ursprüngliche, sollte auf den Scheffel gestellt werden. Einfach, klar und menschlich ging der Meister auf Aufgaben und Menschen zu, er ließ die urchristlichen Gaben wie das Sakrament der geistigen Heilung und Geistfreundreden in seiner Kirche lebendig werden, und in seinem Brief an die Gemeinden hat er Wesentliches für unser Leben zusmmengefasst, auch jene Zusammenhänge zwischen Körper, Seele und Geist. Er machte Front gegen die liberale Geistlichkeit, die die Bibel zum Märchenbuch erklärte. Sein Bemühen war es, den engen Zusammenhang zwischen Irdischem und Geistigem, Diesseits und Jenseits, bewusst zu machen, auch zum Umfeld, zur Schöpfung, wofür wir Verantwortung tragen. Die natürliche Heil- und Lebensweise will diese Brücke zu dem Gottgegebenen, auch zu dem, was Gott uns zuwachsen lässt, schlagen. Ebenso ging es ihm um den lebendigen Glauben, der sich im Alltag mitteilen soll und hier sein Bewährungsfeld hat. Denken wir da an die Friedensstadt, wo der Glauben, der Umgang miteinander, ein gemeinsames Schaffen und Fröhlichsein, ein Arbeitsfeld im Geiste und Fleische erschließt. Bei all seinen Heilungen hatte er stets auf Gottes Wort – auf Gebet und Bibel – verwiesen. "Glaube verloren, alles verloren!" Prophetische Aussagen haben stets auch geistige Hintergründe und Ursachen ausgeleuchtet. Das war es, was Zulauf und Dankbarkeit auf der einen Seite ausgelöst hat, aber auch Widersacher auf den Plan rief, die sein Tun, sein Werk, seinen Namen verunglimpfen wollten und ihn hinter Zuchthausmauern brachten und die Friedensstadt wegnahmen.

Gerade die Welt des Geistes hat er als etwas Reales mit seiner Lehre vermittelt, dass die Ewigkeit unmittelbar neben uns steht. "Alles ist Geist, und Geist ist Kraft", ja, "Krankheit ist Geist, im Fleisch sich verkörpernder Geist." Und jeder hat in seiner unsterblichen Seele den Funken Gottesgeist. Ohne die Seele wäre kein Leben, kein Gedanke, nichts. Diese kehrt an den Ursprung ihres Seins nach der Schule des Lebens zurück. 80 bis 90 mal sind wir über die Erde gegangen, haben Gott die Treue geschworen und nicht gehalten. Wir bauen hier unsere Straße zur Ewigkeit, denn die Seele lebt fort und findet in Seinem Reich einen neuen Arbeitsplatz. Dieses geistige Wissen ist ein Schatz, der schon hier auf Erden uns einen Sinn, ein Ziel schenkt.

Joseph Weißenberg hat mit wenigen Lehrsätzen uns so etwas wie ein Lebensprogramm geschenkt. Er sagt: "Wir leben nicht, um zu sein, sondern wir leben, um zu werden." Eine klare Aussage, dass wir hier keine bleibende Statt haben und unsere Endlichkeit bedenken möchten. Dann gibt er uns den Schlüssel dazu, wie denn das Reifen der Seele gehen soll: Durch Wohltun und Liebe üben, weil das Kräfte und Verbindungen von Herz zu Herz schafft und auch Brücken ins Jenseits baut. Denn er sagt auch: "Mein Werk ist umsonst, wenn die Liebe nicht größer wird." Der Herr bedarf dieser Mittler, die seinen Willen leben, seinen Namen auf Erden vertreten. Und wie soll das geschehen? "Wir können keine Welt ändern, es sei denn, dass ein jeder in sich selbst zur Erkenntnis der Wahrheit kommt und sich bessert." Ohne Wahrheit, zu der auch die Dimension des Glaubens für unser Leben gehört, geht nichts. Wir sind diesem Geist der Wahrheit und einer solchen Geistigkeit verpflichtet. "Wahr sein bis in den innersten Kern eurer Seele und eures Geistes, das ist Priestertum der Seele, das ist das Priestertum Heiligen Geistes, welches bei Gott am höchsten steht." Wahrheit als magnetische Kraft, auch Heilkraft, die über gesund und krank befindet, lässt uns die Überwinderarbeit als das Ziel des Glaubens aufnehmen. "Wahres Überwinden kann nur in der Liebe geschehen", "Wer überwindet, der wird es alles ererben." "Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes…" Überwindung schafft Nähe zum anderen, weil etwas abgelegt, ausgeräumt wurde, erlöst werden konnte, was als Last und Reibungspunkt im Miteinander dastand und auch den lichten Strom kappte. Das ist die Voraussetzung für den Brückenbau, der nur in der Liebe geschehen kann und uns seit dem ersten Kirchentag 1926 ins Wachs gedrückt wurde. Liebe ohne Wahrheit ist keine, also Überwinden und Brückenbau leben von der Wahrheit.

Joseph Weißenberg hat uns Hilfen gegeben, diesem Leitfaden zu folgen. Er sagt: "Gedanken sind Gewalten, sind Gestalten." Wir spüren solche geistigen Kräfte bei Begegnungen, die auch ihre Wirkungen haben bis hin, dass sie tätlich Gestalt annehmen. Sie sind somit Signalgeber, welche geistigen Hausgenossen wir zulassen, die uns beeinflussen, positiv wie negativ, und auch krank machen können. Wir haben es in der Hand, für welche geistigen Kräfte wir uns öffnen. Auch das Gewissen mahnt besser als manches geschriebene Gebot, es ist Gesetz Gottes in uns, die unmittelbare Schaltstelle zu Gott. Darauf zu hören ist wichtig. Wischt es nicht weg. Dann hören wir von Joseph Weißenberg: "Die Bibel ist die Richtschnur der menschlichen Daseinsstufe", diese Worte, die Geist und somit Kraft bedeuten, zudem Wahrheit und das Licht auf unserem Wege sind und die Speise für unsere Seeele, bauen Brücken von Mensch zu Mensch und von Mensch zu Geist. Dieses Wort als Schwert des Geistes gilt es zu nutzen. "Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme des lebendigen Wassers fließen." Genauso ist das Gebet die Kraft, die unserem Geist innewohnen soll. Es stellt Verbindungen her und schließt an den Strom des Lebens an und an Ereignisse, die wir so begleiten können. Es ist der Wächter über den Glauben, Nahrung für den Funken Gottesgeist in uns und somit immer und in jeder Situation zur Verfügung stehend. Das bedeutet, laufend in den Stand geistiger Arbeit versetzt zu sein. So sind auch die Verordnungen als Gehorsamsübungen, als "Glaubenskrücken" zu sehen, die zudem an natürlich ursprünglich Gegebenes anschließen und zu einer Hilfe werden. Pflegt das Sakrament der geistigen Heilung als Pflugschar im Schaffen für die Ewigkeit, heißt es weiter von Joseph Weißenberg, um die Ströme zu ordnen und Lasten erlösend tragen zu können. Darum auch die Verordnung der abendlichen Feierstunde mit Gottes Wort, Gesangbuch und zwei Vaterunsern und dem 1. Psalm. Diese schenkt ein Ausruhen im Geist und ist auch Filter für all das, was auf uns eingeflossen ist, "denn der Mensch ist ein lebendiger Filtrierapparat". Dazu gehört immer wieder das Lesen in seinem Brief an die Gemeinden, der unschätzbar Ausrichtendes für unser Leben enthält. Oder ruft einen Vertrauten, den "Ältesten der Gemeinde", um im Gespräch etwas zu klären oder Bedrückendes auszuräumen.

Mit diesen Schätzen der Ewigkeit wollen wir umgehen lernen, diese nutzen als Lernende an Seiner Hand, die bereit sind, aus Fehlern zu lernen, kritikfähig zu bleiben und sich zu dem zu stellen, der unsere Hilfe, den guten Gedanken, das tröstende Wort benötigt. "Ich möchte, dass ihr alle Werkzeuge werdet", so der Wunsch Weißenbergs, das heißt, sich für seine Kraft zu öffnen und das Gefäß, das wir sein sollen, reinzuhalten. Daraus ergibt sich: "Das, was ich empfing vom Herrn, geb ich auch den anderen gern."

So möchten wir uns auf die gemeinsame Suche nach dem wahren Weg, Gott zu dienen, begeben, indem wir ehrlich miteinander umgehen, den Herrn im Geist und in der Wahrheit anbeten und die Wahrheit für den eigenen Weg finden; und die wertvollste ist die, die wir annehmen. (sm)