Informationen zum „Weißkäse-Lied“ von Kurt Weill

Im November und Dezember 2017 erschienen verschiedene Pressemitteilungen, die vom überraschenden Fund eines verschollen geglaubten Liedes von Kurt Weill (1900-1950) in den theaterhistorischen Sammlungen der Freien Universität Berlin (FU) berichteten: das Lied vom weißen Käse.

Der Text von Günther Weisenborn (1902-1969) handelt von einem blinden Mädchen, das vom Kirchengründer der Johannischen Kirche Joseph Weißenberg nicht geheilt werden konnte. Das 1931 entstandene Lied persifliert das evangelische Kirchenlied "So nimm denn meine Hände" und die Heilungen Weißenbergs durch Gebete und Weißkäse-Umschläge.

Der historische Hintergrund des Liedes wurde von der Kurt Weill Foundation for Music in New York in deutschsprachigen Presseverlautbarungen unzutreffend dargestellt. Der Finder des Liedes, Elmar Juchem, Herausgeber der Kurt Weill Editionen, bezog sich in einem Rundfunkinterview vom Südwestfunk (SWR2) am 14. November 2017 auf das Buch "Die Wunderheiler der Weimarer Republik". Der Autor des Buches, Daniel Körner, wiederum zitiert darin einen Journalisten aus den 1930er-Jahren verkürzt und infolgedessen sinnverfälschend.

Zusammenfassend ergaben sich daraus unrichtige Behauptungen, nämlich:

    1. Ein Mädchen sei durch die von Weißenberg verordnete Behandlung mit weißem Käse erblindet,
    2. ein Diabetiker sei aufgrund von Weißenbergs Behandlungen mit Weißkäse-Umschlägen verstorben,
    3. Weißenberg sei verurteilt und für sechs Monate inhaftiert worden.

Dem stehen folgende Tatsachen gegenüber, die durch die Presse der Zeit sowie weitere Veröffentlichungen (s.u.) belegt sind:

    Zu 1) Das wenige Monate alte Mädchen war bereits erblindet, als seine Eltern sich schriftlich an Weißenberg wandten und er ihnen in seinem Antwortbrief zum Gebet und zu zweimal wöchentlichen Weißkäse-Umschlägen riet.
    Zu 2) Der Diabetiker ist nie von Joseph Weißenberg behandelt worden.
    Zu 3) Joseph Weißenberg ist nicht rechtskräftig verurteilt und inhaftiert worden. In dem Fall des Diabetikers wurde er in erster Instanz und im Fall des Mädchens auf Kosten der Staatskasse in zweiter Instanz freigesprochen. Im dem Prozess wurde die Ungefährlichkeit von Weißkäse gutachterlich bekundet. Nach den gerichtlichen Aussagen der Eltern und der Großmutter des Mädchens war das Kleinkind nach der Behandlung mit einer ärztlich verordneten Salbe erblindet, die Sehkraft habe sich aber nach Gebet und Behandlung mit weißem Käse wieder verbessert.

[Presse: Neuköllnische Zeitung, 04.03.1931, Aus dem Gerichtssaal: Heilmagnetiseur Joseph Weißenberg freigesprochen; Neuköllnische Zeitung, 05.03.1931, Aus dem Gerichtssaal: Die Begründung des Weißenberg-Urteils; Spandauer Zeitung, 04.03.1931, Weißenberg freigesprochen: Der Heilmagnetiseur vor der Berufungskammer.
Weitere Veröffentlichungen: Rudolf Olden (Hrsg.): Propheten in deutscher Krise. Das Wunderbare oder Die Verzauberten. Eine Sammlung. Rowohlt, Berlin 1932.
Joseph Weißenberg (Hrsg.): Ein Lebensbild aus meinem Dornenpfad. (Stenografi-sche Aufzeichnungen der Gerichtsverhandlungen) Berlin 1931.]

Die Johannische Kirche hat im Interesse der Wahrheit den Dialog mit den beteiligten Institutionen / Personen aufgenommen.

Infolgedessen hat es bisher folgende Reaktionen gegeben:

    • Entschuldigung der Freien Universität Berlin vom 12.12.2017 für die sachlich falsche Aussage
    • Berichtigung im Tagesspiegel am 18.12.2017 (Internet-Fassung)
    • Mitteilung der Kurt Weill Foundation vom 27.12.2017 zur Abstimmung der Darstellung des korrekten Sachverhalts
    • Mitteilung des SWR vom 08.01.2018 zur erfolgten Entfernung der sachlich falschen Aussagen aus dem im Internet abrufbaren Interview mit Elmar Juchem.
    • Offizielle Richtigstellung der Freien Universität Berlin in der gedruckten Beilage des Tagesspiegels vom 17.02.2018

(vh)


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